Eigenheim gesucht

November 2020


Bild: Bettina Bernegger

In Zeiten des Covid-19 sind bei uns Menschen die Eigenheime (mit Umschwung) sehr gesucht. Trotzdem bleibt der Vogelschutz Aarwangen bei der Herstellung von passgenauen Unterkünften für Vögel. Für den Ersatz kaputter Nistkästen in den Wäldern und für den Verkauf an Eigenheimbesitzer werden jedes Jahr in sorgfältiger Handarbeit neue Nistgelegenheiten gebaut. In unseren Wäldern fehlen weitgehend die wichtigen alten Bäume mit ihren natürlichen Höhlen. Höhlenbrüternistkästen sind technische "Notnägel" und bieten den auf Höhlen angewiesenen Vögeln eine Brutmöglichkeit. Alte, grosse, schöne, knorrige und wertvolle Biotopbäume sowie stehendens und liegendes Totholz müssen in unsere Wälder zurückkehren können. Auch die häufig quadratisch-praktischen Eigenheime dürften etwas knorriger ausfallen. Nischen aller Art an Häusern, ebenfalls Nistgelegenheiten für Vögel, sind leider auch immer seltener anzutreffen. In diesem Sinne: Mut zur Lücke.

 

Wenn sie vorüberziehen

4. Oktber 2020


Bild: Adrian Gaberell

60 Interessierte besuchten am internationalen Zugvogeltag unseren Beobachtungsstand. Beim Naturschutzgebiet "Alte Kiesgrube" Schwarzhäusern konnten 38 Vogelarten (Total 235 Vögel) beobachtet werden. Die häufigste Art war mit 45 Individuen die Rauchschwalbe. Für grosse Begeisterung sorgten während der sieben Stunden Beobachtungszeit mit je 1-2 Tieren beispielsweise der Wesspenbussard, der Eisvogel, der Silberreiher und das Braunkehlchen. Wir danken allen Besucherinnen und Besuchern für das Interesse.

 

Einwintern

27. August 2020

Ein Ladewagen voll trockenes Schnittgut wurde in diesem Jahr in Bannwil die strukturreiche Böschung hinunter manövriert. Zehn Personen waren an diesem Abend im Einsatz. Die Gräser und Kräuter wurden einige Tage vorher gemäht und konnten dank Wetterglück bestens trocknen. Wie auf dem Bild im Vordergrung beispielhaft zu sehen ist, blieben grössere Altgrasbestände stehen. Diese bieten zusammen mit den Heckensträuchern Unterschlupf und Lebensraum. Als nach getaner Arbeit sogar vom "Einwintern der Böschung" die Rede war, wurde schon gar fest am Zeitrad gedreht. Mit dem mehrmaligen Jäten des Einjährigen Berufkrauts sowie dem Rechen an diesem Einsatz ist nun ohne zu übertreiben von Seiten Vogelschutzverein in dieser Böschung der grösste Teil der Arbeit im 2020 erledigt.

 

Wenn der Flederspatz ruft

Sommer 2020

Zugegebenermassen sind auch ausserhalb des Vereinsgebiets höchst spannende Naturbeobachtungen möglich. So geschehen an einem schönen Sommertag und nur einen kräftigen Steinwurf von Schwarzhäusern entfernt. Von der Machart her ist klar für welche Tiere der abgebildete Kasten vorgesehen ist: für Fledermäuse. Der aufmerksame Beobachter wurde jedoch stutzig, als aus dem Kasteninnern laute Bettelrufe ertönten. Können Fledermäuse solche Schreihälse sein? Nein! Ein kurzer Moment des Innehaltens brachte die Lösung ans Tageslicht. Ein adulter Flederspatz entschwand aus dem Loch im Kastenboden. Nein, Moment! Ein Feldspatz war es. So ist korrekt.

 

Unterwegs bei den Trollen

14. Juni 2020


Bild: Peter Anders

Nach langem Zögern und grosser Unsicherheit wegen der Corona-Lage, konnte am 14. Juni die Exkursion nach Sörenberg doch noch durchgeführt werden. Am Sonntagmorgen um 7 Uhr ging es mit 30 Teilnehmenden Richtung Sörenberg los. Auf der Rossweid angekommen, entzückten die Wiesen voller Knabenkräuter und weiteren Orchis-Arten, Wollgras, Läusekraut, Alpenrosen, Trollblumen, Rote Waldnelke, Bachnelkenwurz und etlichen mehr. Insgesamt wurden 57 Pflanzenarten bestimmt. Trotz kühlem Wetter zeigten sich auch ornithologische Besonderheiten. Der Kuckuck präsentierte sich in seiner ganzen Grösse und über lange Zeit. Der Baumpieper gab einige Vorstellungen seines Fluggesanges mit Landung auf einer Baumspitze und der Wiesenpieper mit der Landung am Boden. Auch die Ringdrossel konnte beobachtet werden.

In der „Salwide“, einst ein Schwefelbad das 1837 abbrannte und nicht mehr aufgebaut wurde, gab es den wohlverdienten Mittagshalt. Im „Salwideli“ holte der Carchauffeur die Wandersleute wieder ab und führte sie wohlbehalten durch das schöne Emmental zurück nach Hause.

Exkursionsbericht (.pdf 910 KB) ausführlicher und mit Bildern.

 

Sie fliegen auf Totholz

Mai 2020


Bild: Eric Stöckli

Holzbienen der Gattung Xylocopa nagen ihre Nester in Totholz (X. violaceae, X. valga) oder in markhaltigen, dürren Pflanzenstängeln (X. iris). Die totholznistenden Arten nagen mit kräftigen Oberkiefern ihre Nestgänge in gut besonnten aufrechten als auch liegenden Stämmen, Ästen oder Pfählen. Dies bedeutet, dass sowohl abgestorbene Gehölze, Stammstücke, dicke Äste und alte Stängel von Stauden einen grossen Wert haben und stehen beziehungsweise liegen bleiben müssen. Viele weitere Lebewesen sind auf Totholz angewiesen. Auch in jedem Garten hat es Platz für Totholzstrukturen. Nisthilfen für Wildbienen werden aus Holz ohne Harz (Laubbäume) erstellt.

 

Weniger Einjähriges Berufkraut

5. Mai 2020

In der alten Grube in Bannwil wird zugunsten der Vielfalt heimischer Pflanzen der invasive Neophyt Einjähriges Berufkraut (Erigeron annuus) gejätet. Dieses Berufkraut breitet sich sehr stark aus, verdrängt andere Gewächse und schadet so unserer Pflanzen- und Tierwelt. Mitglieder hackten in diesem Jahr bereits während mehreren Einsätzen das Kraut mitsamt Wurzeln aus. Dies immer in Kleingruppen und mit dem an der aktuellen Situation angepassten Abstand zueinander. An diesem Abend spülte ein heftiger Regenguss die Jätenden jedoch bereits nach eineinhalb Stunden Arbeit zurück in die gute Stube. Bald öffnen sich die "margritliähnlichen" Blüten und es wird höchste Zeit, dass da draussen viele Menschen das Einjährige Berufkraut innerhalb ihres Aktionsradius entfernen. Weniger Berufkraut - mehr Vielfalt. Helfen Sie mit!

 

Homeoffice

20. März 2020

Zurzeit entsteht das neue Infoblatt 2020. Die Texte sind geschrieben und redigiert. Nun wird unser diesjähriges Infoblatt von einem Vereinsmitglied gestaltet. Im April kommt das Produkt in den Druck und in der ersten Maihälfte zu den Leuten im Vereinsgebiet. So unser Plan in der nur begrenzt planbaren Corona-Zeit. Wir hoffen sehr, dass unsere Vogelschutz-Post wie vorgesehen im Mai 2020 in den Gemeinden Aarwangen, Bannwil, Schwarzhäusern und Thustetten-Bützberg für neuen Lese- und Themenstoff sorgen kann.

 

Ausreisser

18. Januar 2020


In der "Alten Grube" Bannwil wuchsen in den letzen Jahren nicht nur die gepflanzten Heckensträucher, sondern rund um die Hecke auch etliche Eichen und Buchen. Zur Wahrung der offenen Flächen (Wiese mit Altgras und Krautsaum), entfernten wir diese jungen Waldbäume teilweise. Die Bäume wurden je nach Grösse mit Pickeln ausgehackt oder mit dem Habegger Seilzug und Traktor ausgerissen. Das Zurückschneiden der Heckensträucher war die etwas kräfteschonendere Tätigkeit an diesem sonnigen Morgen. Mit dem Rückschnitt wollen wir eine dichte und niedrige Hecke "gestalten". Ob sich an diesem reich strukturierten Ort auch 2020 wiederum Raritäten aus der Tierwelt blicken lassen? Der Pächter und wir arbeiten gemeinsam daran.

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