Grosses Kino für die Natur

Freitag, 7. November 2014

Im November organisiert der Vogelschutz Aarwangen zusammen mit der Bioterra Regionalgruppe Oberaargau jeweils einen öffentlichen Filmabend. In diesem Jahr wurde unter dem Titel „Natur – oft kopiert, nie erreicht“ die sogenannte Bionik thematisiert. Die Bionik beschäftigt sich mit dem Übertragen von Natur-Phänomenen auf die Technik.

Christoph Schmid von Videna Naturfilme zeigte mittels sehr ansprechenden Tier- und Pflanzenaufnahmen, dass für die Technik zwar aus der Natur einiges abgeschaut werden konnte, wir jedoch auf weiten Strecken noch sehr weit hinter dem Original zurück liegen. So kann beispielsweise der geniale Spinnenfaden mit unserer heutigen Technik nicht annähernd nachgebaut werden.

Über 40 Personen konnten sich während dem stündigen Film davon überzeugen, dass die Natur viele Geheimnisse noch nicht Preis gegeben hat. Naturschutz ist also auch das Erhalten von tierischen und pflanzlichen Vorbildern für den technischen Fortschritt.

Es freut uns, wenn wir im kommenden November auch Sie am Filmabend begrüssen dürfen!

 

Mit Sense und Gabel die Helm-Azurjungfer fördern

Donnerstag, 12. und 19. Juni 2014

Seit über 10 Jahren pflegen wir im Juni während zwei Abendeinsätzen die unscheinbaren Wiesengräben im Bannfeld in Aarwangen. An diesen lebt die seltene Libellenart Helm-Azurjungfer, deren Larven sich im Wasser entwickeln. Die an einen Wikingerhelm erinnernde Zeichnung auf dem zweiten Segment des Hinterkörpers ist für diese Kleinlibelle namensgebend. Durch das Mähen von Kraut und Gras an einigen Uferstellen, können die Libellen ihre Eier ungehindert im schmalen Wasserlauf absetzen. Für die Flugkünstler ebenso wichtig ist ein blütenreicher Krautsaum entlang der Gewässer. Dort können die Libellen nach Insekten jagen.

Die Helm-Azurjungfer war in der Schweiz nie häufig und kommt heute nur noch in rund 10 Regionen vor. Darunter ist das Vorkommen im Raum Wolfwil-Aarwangen-Thunstetten eines der bedeutendsten. Der Vogelschutz trägt mit seinem unermüdlichen Einsatz aktiv zum Erhalt dieser seltenen Art bei.

 

Der Vogel des Jahres im Vereinsgebiet

Mai 2014

Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz hat die Waldohreule zum Vogel des Jahres 2014 gewählt und will damit auf die ökologisch wichtigen fliessenden Übergänge zwischen Wald und Kulturland hinweisen. Dieser Lebensraum schwindet stark.

Die Waldohreule ist auch in unserem Vereinsgebiet präsent. Im Mai musste ein Vogelschutzmitglied zusammen mit dem Wildhüter eine Waldohreule von einer Schnur befreien. Eine aufmerksame Bannwilerin meldete glücklicherweise diesen verhedderten Vogel. Die Schnur war derart um das Tier gewickelt, dass dieses flugunfähig war und ohne Hilfe nicht überlebt hätte.

In Aarwangen konnten am Siedlungsrand über mehrere Tage Jung- und Altvögel beobachtet werden. Die Waldohreulen-Familie sass tagsüber ruhig in einem Nadelbaum und war nur sehr schwer auszumachen.

Aus Thunstetten-Bützberg sind Beobachtungen der Waldohreule aus vergangenen Jahren bekannt.

Es bleibt zu wünschen, dass diese nächtliche Jägerin auch in Zukunft in unserer Landschaft einen geeigneten Lebensraum findet.

 

Exkursion zu den Kiebitzen

Sonntag, 27. April 2014

An diesem regnerischen Tag besuchten wir unter der fachkundigen Leitung von Samuel Bachmann, Stiftung Bufo, zuerst das Naturschutzgebiet Bärmatten in Hindelbank. Dieses befindet sich direkt neben der Autobahn. Das Gebiet beherbergt zum Einen den grossen Weiher, das ehemalige Schlammbecken der Kiesgrube, mit dichtem Schilfgürtel und angrenzendem Gehölzbewuchs und zum Anderen seit 2007 die grosse Kiesfläche mit flachen Gewässern auf einem wieder aufgefüllten Teil der Kiesgrube. Diese Fläche wird durch entsprechende Pflegemassnahmen vegetationsarm gehalten. Während des Vogelzugs können hier viele zum Teil seltene Arten beobachtet werden. Wir konnten hier aus dem Beobachtungswagen heraus bereits unsere ersten beiden Kiebitze bestaunen. Gut, dass der Autobahnlärm die Tiere weniger zu stören scheint als uns Beobachter.

Im Anschluss machten wir uns auf ins ruhiger gelegene Fraubrunnenmoos. Gespannt näherten wir uns zu Fuss dem Kiebitz-Reservat. Entlang der Urtenen entdeckten wir Nagespuren vom Biber und auf den umgebrochenen Äckern ornithologische Seltenheiten wie Kampfläufer und Steinschmätzer. Auf dem Beobachtungshügel angekommen, erspähten wir schnell einmal den ersten Kiebitz. Dann noch einen und noch einen und noch einen und noch… Auch Jungvögel konnten wir mit Hilfe unserer Ferngläser beobachten. Wir erfreuten uns am gaukelnden Flug der Altvögel und am flink umher rennenden Nachwuchs. Ein Anblick, der in der Schweiz heute sehr selten ist. Diese beachtliche Anzahl an Kiebitzen im Fraubrunnenmoos kommt nicht von ungefähr. Mit grossem Einsatz wurde eine Fläche mit Tümpeln und vegetationsarmen Bodenflächen hergerichtet. Dank dieser Fläche haben Kiebitze in Fraubrunnen nun wieder eine Möglichkeit zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. Doch trotz dem die Schutzfläche umgebenden Elektrozaun, gelangen leider immer wieder Fressfeinde wie Fuchs und Marder auf die Fläche und verzehren die Eier oder erbeuten die Jungvögel. Wir hoffen fest, dass die Anstrengungen zur Förderung dieser Vogelart bald mit viel flüggem Nachwuchs belohnt werden!

 

Arbeitseinsatz in Biglen

Samstag, 15. Februar 2014

Seit Jahren macht sich eine Gruppe von Mitgliedern des Vogelschutzes Aarwangen jeweils im Frühjahr auf nach Biglen. Üblicherweise arbeiten wir auf einem grossen Grundstück in der Landwirtschaftszone. Dieses Grundstück ist mit artenreichen Hecken, Wiesen, Wald, gestuftem Waldrand, Obstgarten, Steinhaufen, Trockensteinmauern und einem Weiher sehr vielfältig gestaltet. Dadurch können dort durchs Jahr auch sehr viele Tierarten beobachtet und bestaunt werden. Der Ursprung dieses Arbeitseinsatzes kommt aus der Zeit, als der Enggist noch als Treffpunkt und Naturschutzzentrum des Berner Vogelschutzes diente.

Diesmal halfen wir jedoch bei der Pflege von Kopfweiden entlang eines kleinen Baches in einem anderen Gebiet der Gemeinde Biglen. Damit die Kopfweiden nicht zu hohen Bäumen heranwachsen, werden die Äste alle paar Jahre abgesägt. So entstehen die charakteristischen und namensgebenden Köpfe dieser Weiden-Kulturform. Kopfweiden können aus verschiedenen schmalblättrigen Weidenarten kultiviert werden. Die Äste werden, respektive wurden, jährlich geerntet und für Flechtarbeiten verwendet. Heute werden die Weiden dazu jedoch meist flächig auf Feldern angepflanzt und maschinell geerntet.

Alte Kopfweiden sind für Tiere wertvoll und bieten unzähligen Arten von Insekten einen Lebensraum. Auf dem Kopf, zwischen den Ästen oder in hohlen Weidenköpfen können Vögel ihr Nest bauen und im Frühjahr finden Bienen, Hummeln und andere Insekten an den Weidenkätzchen Nahrung.

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